Was ist eine Unkonferenz?

iKoKo ist eine Unkonferenz – aber was ist eine Unkonferenz? Wir alle vermutlich haben eine Vorstellung, was eine „klassische“ Konferenz ist: Festes Programm, feste Redner/Präsentatoren, fester Ablauf. Am Morgen treffen die Teilnehmer ein und registrieren sich. Dann geht es los mit dem festen Programm. Stunde für Stunde spulen die Vortragenden ihr Programm ab. Die Teilnehmer hasten von Vortrag zu Vortrag, von Raum zu Raum, nur um sich einen Vortrag anzuhören. Gelegentlich gibt es die Möglichkeit für eine Zwischenfrage. Kaffeepause, nächster Vortrag.

Und wenn der Vortrag doch nicht dem entspricht, was man erwartet hat? Sitzenbleiben, das gehört so. Und schließlich hat die Teilnahme mindestens ein paar Hundert Euro gekostet.

Bei einer Unkonferenz entscheiden die Teilnehmer darüber, wer eine „Session hält“. Eine Session kann ein klassischer Vortrag mit Powerpointfolien sein, eine Diskussionsrunde, ein Workshop (in dem gemeinsam etwas erarbeitet wird). Manchmal hat ein Teilnehmer ein Problem, für das er keine Lösung hat oder wo er sich nicht sicher über die Lösung ist. Dann bietet der Teilnehmer eine Session an: „Ich habe folgendes Problem … Könnt/Wollt Ihr mir dabei helfen?“

Die Teilnehmer entscheiden, in welche Session sie gehen. Die Teilnehmer (IHR) bestimmt die Inhalte. Die Organisatoren stellen Euch dafür die Infrastruktur wie Räume, WLAN und Verpflegung zur Verfügung:

Mit Unkonferenz, Ad-hoc-Nicht-Konferenz oder BarCamp ist eine Konferenz, ein Kongress oder eine Tagung bezeichnet, die sich in bewusster Abwendung von traditionellen Organisationsformen ohne zuvor festgelegtes Thema und ohne Trennung zwischen Publikum und Vortragenden entwickeln.

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Für Unkonferenzen gelten vier grundlegende Regeln:

  • Jeder ist willkommen, das Event ist für alle Interessierten offen
  • Alle Teilnehmer sind gleichberechtigte Individuen in einer offenen Gemeinschaft
  • Führung ist nicht gegeben, sondern kann von überall aus entstehen
  • Es gibt keine Zuschauer, jeder ist aktiver Teilnehmer

(Seite „Tagung“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. August 2015, 15:27 UTC. (Abgerufen: 30. August 2015, 14:09 UTC))

Sessionplan BarCamp Stuttgart (2008)
Sessionplan BarCamp Stuttgart (2008)

Typischerweise gibt es sogenannte „Session Slots“ und pro Session Slot mehrere Räume die zur Verfügung stehen. Zu Beginn einer Unkonferenz schlagen Teilnehmer ihre Session mit zwei oder drei Sätzen vor und fragen dann, wer sich dafür interessiert. Heben dann beispielsweise 20 Teilnehmer ihre Hand, dann wird aufgrund der Teilnehmerzahl und möglicher Ausstattung („Ich brauche einen Beamer“) ein geeigneter Raum zugeordent. So füllt sich der Sessionplan. Dabei sind die Meldungen mit der Hand keine verbindliche Anmeldungen, sondern sie dienen lediglich der Organisation.

Jedem steht frei, in welche Session er geht – oder auch nicht. Auch während der Session ist eine „Abstimmung mit den Füßen“ gewünscht: Jeder kann jederzeit aufstehen und (mit der gebotenen Ruhe) den Raum verlassen, um in eine andere Session zu gehen oder sich mit anderen Teilnehmern zum Austauschen bei einem Kaffee treffen.

Ein paar Informationen gibt es noch im iKoKo-Knigge.

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6 Gedanken zu “Was ist eine Unkonferenz?

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